etwas ist da
etwas ist da
zwischen den hochgewachsenen
hagebutten und dem schnipsen der grillen
zwischen den warmen sonnenflecken und
den beweglichen schatten
das lange ausatmen
eines zahmen drachens
die milde ohnmacht im umkreis
eines zaubers
etwas
das aus dem gemäuer in dich dringt
von den wendeltreppen fällt
in tage, die ohne füße enden und
ohne kopf beginnen
ich bin dein licht
sagst du
rettung in der dunkelheit
du bist mein licht und
meine dunkelheit
kraniche
ich hörte die kraniche
ihr flug geht in jedem jahr
über mein dach
mein auge fand nichts im
hellblauen himmel
nur birkenblätter stürzten sich
im schwarm herab
als ich mich abwandte
erschienen sie
erst eine vorhut von zwanzig
später zwischen den
anderen birken eine vielzahl
sie schrien und zogen
an meinem vogelherz
so dass sich meine
flügel aufstellten
ich würde gerne im wechsel
leiten und im windschatten gleiten
auf einer langen reise
fort von mir
Gefördert durch: Corona Sonderfonds Kultur der Stadt Essen
In der Rubrik "Ein Gedicht" bei WDR5 und WDR3, August 2021: "gehrichtung"

valvignères III
auf der ausfallstraße
das dorf im rücken
gehalten von der einseitigen allee
ging ich auf den regennassen
asphaltflecken
langsam, stotternd
und das herz in weh
aus einem guss sein
wie der regen
wollte ich
wie das efeu zärtlich hoch an
der platanenrinde rankt
wie die eidechse eins ist mit
der sonnenwärme
wie der segelfalter
der im flug nicht schwankt
und der regenbogen
der in mehr als allen farben
gebündelt aus den wolken
an die kühle luft gelangt
aus: die trasse und ihre nebenflüsse, 2020